Nachdem ca. eine Woche ausgiebig über die Unruhen im Iran berichtet wurde, verebben die Informationen über Ausschreitungen. Schade, aber „Thats life“. Wer sucht, der findet und wer nicht sucht, kann sich eben andere bunte Bilder in den Tagesthemen oder dem Nachtjournal anschauen. Eben wie es der Zielgruppe beliebet.
Die iranische Oppositionsbewegung hat dieser Tage noch einmal triumphieren können. Dass am vergangenen Donnerstag wieder Tausende Demonstranten durch die Straßen von Teheran zogen, war schon an sich ein großer Erfolg – angesichts der Drohungen seitens der Sicherheitskräfte, mit aller Härte gegen die Protestierenden vorzugehen. Doch die Menge war weitaus kleiner als unmittelbar nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom 12. Juni. Und so besteht die Gefahr, dass sich die Oppositionsbewegung langsam totläuft. (…)
Mussawi und andere Reformer haben die Demonstrationen nach der Präsidentenwahl wohl als Hebel gesehen, um die Herrschaft des Klerus und des Hardliners Ahmadinedschad ein wenig aus den Angeln zu heben. Aber sie wollen auf keinen Fall riskieren, dass der Protest der Straße außer Kontrolle gerät, wie der Iran-Experte Aliresa Nader aus Washington betont: «Sie wollen das System nicht stürzen.»(net-tribune.de)
At least 200 demonstrators are reported to have gathered along Enghlab Avenue, around the gates of Tehran University, only to be confronted by a large presence of anti-riot police and plain-clothed security officials, possibly including members of the notorious Basij militia, who used baton charges and tear gas to disperse them. (amnesty.org)
His comments come a day after police clashed with demonstrators who had gathered near Tehran University to mark the 10th anniversary of a student uprising. Iranian state media say hundreds of demonstrators gathered near the site, but other news agencies say thousands turned out for the protests. (…)
Iranian police have detained more than 1,000 political activists, journalists, and others who authorities say were linked to post-election demonstrations. Officials say most of them have been released. (Voice of America)
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat Israel aufgefordert, von einem Atomschlag gegen den Iran abzusehen. „Ein einseitiger Angriff wäre eine absolute Katastrophe“, warnte Sarkozy am Donnerstag (…). Zugleich betonte Sarkozy, dass dem Westen im Streit um das iranische Atomprogramm die Geduld langsam ausgehe. „Seit sechs Jahren haben wir unsere Hand ausgestreckt und gesagt, stoppt Euer Atomwaffenprogramm. Wollen sie nun Diskussionen oder wollen sie keine? Wenn nicht, dann wird es Sanktionen geben“, sagte er. (FOCUS online)
Im Atomstreit mit dem Westen hat der Iran Gesprächsbereitschaft signalisiert und ein neues Angebotspaket angekündigt. Dies könne eine gute Basis für Verhandlungen sein, sagte Außenminister Manuchehr Mottaki am Samstag. Darin enthalten sei die Haltung der Islamischen Republik in Sicherheitsfragen sowie politischen und internationalen Angelegenheiten. Die G8-Staaten hatten den Golfstaat auf ihrem Gipfel in Italien bis September zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. (Reuters)
Die meisten G-8-Staaten hatten Iran bereits in den vergangenen Monaten kritisiert, weil es unbeirrt an seinem Atomprogramm festhält. Überraschend ist hingegen, dass sich auch Russland der Kritik anschließt, obwohl es bislang ein schärferes Vorgehen verhindert und die Wahlen in Iran als rechtmäßig bezeichnet hatte. (Süddeutsche)
Die Erklärung des G-8-Gipfels im italienischen L‘Aquila enthalte nichts Neues, sagte der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki in Teheran. Die G-8-Staaten hatten Teheran in einer gemeinsamen Erklärung ein Ultimatum bis September gesetzt, um eine Verhandlungslösung im Atomstreit zu finden. Ansonsten drohten dem Iran neue Sanktionen. Die politischen Führer der Staatengruppe hätten in einigen Punkten keine vollständige Einigkeit herstellen können, sagte Mottaki. „Erst wenn es eine neue Botschaft gibt, werden wir entsprechend handeln.“ (Frankenberger Zeitung)
A British-Greek journalist released from jail in Iran said Friday that he had been blindfolded, held in solitary confinement and subjected to frequent interrogations. Iason Athanasiadis said the corridors of Tehran’s main Evin prison had been filled with demonstrators arrested during massive rallies that followed Iran’s disputed June 12 presidential election.
He said he was held there for 18 days and questioned for alleged spying. (AFP)
At night, cries of dissent like „Allahu akbar!“ and „Death to the dictator!“ rise from the rooftops of Teheran. The protesters‘ calls are punctuated by shattering glass as Basiji on the streets below smash car windows in retribution. But the people persist, turning their voices to the sky, an Iranian-American in Teheran, who asked to be called Reza, tells The Jerusalem Post in a phone interview.
„The scare tactics, like killing protesters, have worked,“ he says, „When there were thousands of people out, [the protesters] felt safe. But because the crowds have thinned, it’s not like it was before.“ (Jerusalem Post)
Iran is preparing a new package of „political, security and international“ issues to put to the West, its foreign minister said on Saturday.
„The package can be a good basis for talks with the West. The package will contain Iran’s stances on political, security and international issues,“ Foreign Minister Manouchehr Mottaki told a news conference. (…) U.S. President Barack Obama warned Iran on Friday that the world would not wait indefinitely for it to end its nuclear defiance, saying Tehran had until September to comply or else face consequences. (Haaretz)
Aufgebrachte Menge in Teheran, fliegende Eier, “Tod den Rassisten”: der Iran, so wie wir ihn aus der Berichterstattung kennen und lieben. Sobald 150 Hanseln so handeln, wie es von ihnen erwartet wird, finden auch die Medien sofort wieder die richtigen Worte von der empörten Straße, den gedemütigten Massen etc. pp. (FREE IRAN NOW)
[edit:] Weitere interessante Links gibt es Hier.
0 Antworten auf “„The scare tactics, like killing protesters, have worked.“”